29.01.2007 / Kölner Stadtanzeiger

Inhalt:
Bewährtes halten und Neues wagen: Das war letztlich das Ergebnis der zweiten Mitgliederversammlung der Wirtschafts- und Werbegemeinschaft „Wir für Burscheid“ (WfB) am Freitagabend im Hotel Schützenburg. Im Rahmen der erwarteten, teilweise kontroversen Diskussion um das Für und Wider der für dieses Jahr geplanten zwei Großveranstaltungen - der Gartenmarkt mit dem Untertitel „Stadtfest“ am 12. und 13. Mai sowie der Martinsmarkt am 3. und 4. November mit großem Martinszug - fasste der stellvertretende Bürgermeister und CDU-Vorsitzende Michael Baggeler die Bedenken vieler Bürger wie WfB-Mitglieder zusammen: „Wir haben die Sorge, dass beim Gartenfest der Charakter des klassischen Stadtfestes verloren geht.“ Unter dem Namen „Gartenfest“ könnten sich viele ausgeschlossen fühlen. Dieser Auffassung schloss sich der SPD-Vorsitzende Klaus Becker an: „Wenn die Vereine und Schulen nicht mitmachen, ist das eine einmalige Sache.“ Zuvor hatte die Zweite Vorsitzende, Gabriele Berger, gemeinsam mit der von der WfB beauftragten Organisatorin, Janica Solbach, Details aus dem Programm der ambitionierten Märkte mit atmosphärisch stimmigen Verkaufsständen, Pantomimekünstler, Bimmelzug, Mitmachzirkus, Fitnessspaß bekannt gegeben. Die Vereine können auch weiterhin zu verbilligten Bedingungen ihre selbst gemachten Kuchen und Pfannkuchen verkaufen, wenn kein kommerzieller Anbieter angemeldet sei. Andernfalls müssen die Vereine die normale Standmiete zahlen. Mit dieser Regelung zeigten sich viele Mitglieder und Politiker allerdings nicht einverstanden. Janica Solbach, die sich als Mitarbeiterin der Veranstaltungsagentur Werner Nolden mittlerweile selbstständig gemacht hat, verwies auf die guten Erfahrungen mit den Marktkonzepten in anderen Städten. Der nur noch „ehrenamtlich anwesende“ Werner Nolden besänftigte die „Stadtfest-Fraktion“ mit einer möglichen Renaissance zu einem späteren Zeitpunkt: „Das Stadtfest ist nicht aufgehoben, nur aufgeschoben.“ Das von ihm beschworene Niveau rief insbesondere Roswitha Dörr auf den Plan: Mit der Forderung nach mehr Niveau würden die bisherigen Feste verunglimpft. Die WfB-Vorsitzende Ute Hentschel beruhigte: „Du hast es gut gemacht.“ Die Auffassung der Profis sei „wertneutral“ gemeint. Am Ende konnte sich der Vorstand in der Neuausrichtung bestärkt fühlen - wenn das Bewährte nicht verloren geht. Neu im WfB-Vorstand sind Anke Kugelmeier und Jens Mailahn.
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