10.11.2008 / Köner Stadtanzeiger

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Die Burscheider Händler setzen in diesem Jahr auf einen Martinsmarkt und haben dafür den Weihnachtsmarkt gestrichen. Zwar kann von Kaufrausch keine Rede sein, aber rund 1000 Teilnehmer am Martinszug sind wohl ein Erfolg.

Rund 1000 Teilnehmer folgten Sankt Martin mit seinem Ross. (Bild: Berg) Rund 1000 Teilnehmer folgten Sankt Martin mit seinem Ross. (Bild: Berg) (Bild: Berg) Burscheid - Wenn sich am Samstagnachmittag der scheinbar endlos lange Martinszug von der unteren Kirchenkurve bis zur Wiehbachquelle mit seinen herrlich bunten Laternen schlängelt, dann kann es nicht sein, dass die Erwachsenen nur die letzte Zeile von „Ich geh mit meiner Laterne und meine Laterne mit mir . . .“ singen. „Rabimmel, rabammel, rabumm“ klingt aus vollem Herzen in Bass und Bariton zwar prima, doch wären die 300 Kinder nicht gewesen, der unbedarfte Zaungast hätte „Dort oben leuchten die Sterne, hier unten, da leuchten wir. Mein Licht ist aus, wir gehn nach Haus“ nicht mitbekommen.

Am Zielort an der Wiehbachquelle strebte niemand heimwärts. Schließlich loderte hell das große Martinsfeuer, und St. Martin, stolz auf seinem Gescheckten sitzend, verfolgte den Gesang der kleinen und großen Besucher sowie die Ständchen der Dabringhausener Musikkapelle und des Jugendorchesters der Musikschule. Auf den Mantel, den der heilig gesprochene Bischof von Tours (372 n. Chr.) zuvor als römischer Legionär in bitterkalter Witterung mit einem Bettler teilte, konnte am Burscheider Martinsmarkt und -umzug getrost verzichtet werden. Wie die von der Werbe- und Wirtschaftsgemeinschaft „Wir für Burscheid“ (WfB) beauftragte Veranstaltungsorganisatorin, Janica Solbach, am Sonntag mitteilte, war der erste Tag geprägt von einem „genialen Traumwetter“. Allerdings hätte sie sich ein etwas regeres Interesse vorstellen können: „Es war noch zu wenig los.“

Großes Interesse

Doch sowohl die Stadtbibliothek mit ihrem Förderverein (Monika Karrenbauer: „Es ist prima gelaufen“), als auch Michael Schneider und Lothar Schmitz von „SM-Steeldesign“ und andere registrierten großes Interesse. Am Stand vor Wolfgang Garlips „Foto Factory“ knubbelten sich die Besucher am Traben-Trarbacher Glüh-Weißweinausschank. „Unser WfB-Konzept, den zuletzt nur noch sehr mäßig besuchten Weihnachtsmarkt durch den Martinsmarkt zu ersetzen, ist voll aufgegangen“, sagte Friseur Reininghaus.

Am verkaufsoffenen Sonntag befanden sich die Besucher nicht eben im Kaufrausch. Dazu Solbach: „Darum geht es ja nicht allein - mit Hilfe solcher Tage wird auch das Image des Burscheider Einzelhandels gestärkt.“ Dass diesmal nach ihrer Schätzung rund 1000 große und kleine Teilnehmer St. Martin durch die hell erleuchtete Innenstadt folgten, verbuchte sie als Erfolg auf der Habenseite. Allerdings wird es im nächsten Jahr weitere Musikkapellen geben. Trotz einiger Kritik gilt das Fazit der achtjährigen Lisa Willuda nach Umzug, Fahrt mit der unermüdlichen Bimmelbahn und Kettenkarussell: „So ein wunderschöner Abend“, seufzte sie.