22.05.2010 / Westdeutsche Zeitung

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Vorsitzender Selbach fordert mehr Engagement der Mitglieder ein. Burscheid.

Jahreshauptversammlungen eignen sich ja prima dazu, mal richtig Dampf abzulassen. Remi Selbach, Vorsitzender der Wirtschafts- und Werbegemeinschaft „Wir für Burscheid“ (WfB), hatte sich das am Donnerstagabend auch vorgenommen. Es ging um das Engagement der Mitglieder. Oder besser: um das fehlende Engagement. Bei vielen Veranstaltungen wie dem Luftballonfest oder den Seniorenwochen, aber auch bei verkaufsoffenen Sonntagen sei es um die Mitmachbereitschaft einiger Einzelhändler nicht gut bestellt gewesen. Zu teuer, zu viel Aufwand – Selbach kennt die Ausreden nur zu gut. Nachvollziehen kann er sie nicht. Er warb deshalb für mehr Unterstützung des Vorstands.

Dazu gehöre es zum Beispiel auch, nicht den eigenen Pkw vor dem Geschäft zu parken und den Kunden damit einen Platz wegzunehmen. „Die Konkurrenz gerade durch die Leverkusener Rathaus-Galerie ist da. Deshalb müssen wir noch mehr Service für die Kunden bieten“, so Selbach. Doch auch ihm wurde im Verlauf des Abends klar, dass die anwesenden Mitglieder die falschen Adressaten waren. Schließlich sind es immer dieselben, die sich engagieren und auch bei einer Jahreshauptversammlung anwesend sind.

Mauschelei-Vorwurf bei der Glücksbon-Aktion Dass die Meinung von Vorstand und

Gefolgschaft unterschiedlich sein kann, wurde beim Thema des Abends deutlich. Es ging um die letztjährige Glücksbon-Aktion. Damals hatte ein WfB-Mitglied, früher selbst Teil des Einzelhandels, den Hauptpreis (ein Auto) gewonnen. Ein Ding der Unmöglichkeit aus Sicht des Vorstandes. „Das hat uns ziemlich viele Nerven gekostet“, berichtete Remi Selbach von Mauschelei-Vorwürfen. Zumal sich ein derartiger Fall vor rund zehn Jahren schon einmal ereignet hatte. Sogar die Abschaffung der Aktion stand im Raum. Andere sahen dies nicht so eng. Am Ende einigten sich die Mitglieder darauf, im Falle eines Hauptgewinns das Los weiterzugeben.