01.06.2010 / Kölner Stadtanzeiger

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Dem „Frühlings- und Familienfest“ in Burscheid konnten weder Wetterkapriolen noch Fußballspiele und Song Contest in Oslo etwas anhaben. Die Besucher strömten zahlreich in die Innenstadt.

Burscheid - Die Schlacht ist geschlagen, und die Werbe- und Wirtschaftsgemeinschaft „Wir für Burscheid“ (WfB) denkt schon an das fünfte „Frühlings- und Familienfest“ im nächsten Jahr. „Vielleicht haben wir dann einmal das Vergnügen, an beiden Tagen von der Sonne verwöhnt zu werden“, sagte der WfB-Vorsitzende Remi Selbach im Gespräch mit dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. Denn seit der Premiere vor vier Jahren hält die Liaison mit freundlicher Witterung stets nur für einen Tag des Wochenendfestes. Trotz Regens am späten Samstagabend und den ganzen Sonntag über sei die Stimmung bei den Geschäftsleuten und den Ausstellern insgesamt positiv gewesen, so Selbach. Anscheinend hatten sich die WfB-Mitglieder die Kritik ihres Vorsitzenden auf der kürzlichen WfB-Jahreshauptversammlung zu Herzen genommen. Selbach („Es sind immer dieselben, die sich aktiv einbringen“), der wegen des häufig fehlenden Engagements mancher Geschäftsleute bei den Veranstaltungen wie Luftballonwettbewerb, Seniorenwochen oder auch bei den verkaufsoffenen Sonntagen mit der Versammlung hart ins Gericht gegangen war, konnte sich diesmal nicht beklagen: „Fast alle Geschäfte hatten am Sonntag geöffnet“. „Die Präsenz geht noch vor Umsatz“, sagte am Sonntagnachmittag Wolfgang Garlip von der Foto-Factory. So hätten sich Kunden aus Wermelskirchen, die eigentlich nur eine Kleinigkeit erwerben wollten, erstaunt über das große Angebot des Burscheider Fachhandels geäußert: „Die werden wiederkommen“. Auch Anke Breidbach vom gleichnamigen Juwelier- und Uhrengeschäft freute sich ob der großen Nachrage am gesamten Wochenende: „Das lag gewiss nicht nur an unserem Preisrätsel“. Am Stand der Orchesterschule vertrieb Peter Rinne mit seiner Band den Regen mit schmissigen Melodien - Regenschirme wippten. Zwar vermieste das teilweise stürmische Nass den Fahrgeschäften und vielen Verkaufsständen unter den rund 70 Teilnehmern am Sonntag das Geschäft. Doch selbst beim noch am Samstag skeptischen holländischen Blumenhändler Piet Ende „fluppte“ es am Sonntag - die Kunden räumten den 30-Meter-Stand fast leer. Ein besonderes Erlebnis war das Fest für die Frauen und Männer des Burscheider „LVR-Behindertenwohnheimes HPH-Netz Ost“ hinter der ehemaligen Post. Leiterin Angelika Juras während des Flanierens mit ihren Bewohnern: „Das ist hier einfach herrlich, wir fühlen uns hervorragend angenommen“. Remi Selbach, der am Samstagabend wegen des Einbruchs in das Haus seiner Familie das Fest verlassen musste, wartet mit Veranstalterin Janica Solbach nun auf die baldige Manöverkritik: „Es gibt nichts, was man nicht noch besser machen könnte.“ Fußball und Lena zusammen - das gibs gottlob nicht alle Tage“.